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(Wien, 24.04.07,AS) Die Suche nach Grünlage, Ruhe und Gestaltungsmöglichkeiten, das alles noch mit Verkehrsanbindung ins Zentrum, macht den Schrebergarten zum Objekt der Begierde – zunehmend auch bei Akademikern und Jüngeren. Fast 25 % der befragten Kleingärtner haben einen akademischen Titel und mehr als 66% sind immerhin unter 55 Jahren, und somit auch noch aktiv im Berufsleben. Das sind die überraschenden Ergebnisse einer empirischen Studie von das fernlicht – einem auf das Wohnen der Zukunft spezialisierten - Unternehmen.
Damit wird der Schrebergarten immer mehr zum Wohntrend. Im Vordergrund steht – so zeigen die empirischen Befunde – nicht mehr das Gärtnern per se, sondern das Wohnen. „Die Kleingärten werden zunehmend zu vollwertigen Wohngebieten mit Grünanschluss. Es handelt sich nicht mehr um einen Freizeitaspekt, sondern um eine neue vollwertige Wohnform für alle Bevölkerungsschichten“, so Dr. Daniel Maerki, Geschäftsführer von das fernlicht.
Für die Studie von das fernlicht wurden Interviews mit Immobilienmaklern, der Planungsabteilung der Stadt Wien (MA 21) und dem Präsidenten des Zentralverbandes der Kleingärtner durchgeführt. Im Rahmen der dritten Wiener Kleingartenmesse (Oktober 2006) wurden Besucherinnen und Besucher befragt.
Generationenwechsel - Die neuen Schrebergärtner
Das Bild, Kleingärtner seien vorwiegend Pensionisten, die ihre Gärten an schönen Tagen aufsuchen und „auf Vordermann“ bringen – so es je existiert hat – ist überholt.
Der hohe Anteil an Akademikern und jungen Kleingärtnern wird auch von den befragten Immobilienmaklern bestätigt, die Grundstücke in Kleingartengebieten zum Kauf vermitteln. Der Präsident des Zentralverbandes der Kleingärtner, Ing. Wilhelm Wohatschek, bestätigt, dass auch Pächter von Kleingärten immer mehr aus allen sozialen Schichten kämen.
Bauboom
Das einfache Gartenhäuschen, das oft über mehrere Jahre hinweg Stück für Stück selbst gebaut wurde, ist passé. Immer mehr Kleingärtner bauen vollwertige Wohnhäuser - über die Hälfte der Befragten haben konkrete Baupläne. Von jenen, die Baupläne haben, planen sogar fast zwei Drittel den kompletten Neubau ihres Hauses. Diese Entwicklung zeigt auf, dass es sich hier auch um ein gewichtiges ökonomisches Potenzial handelt.
Zudem müsse es heute schnell gehen, laut Ing. Wohatschek geht der Trend zum Fertigteilhaus. Die Gründe dafür sieht er in den verbesserten finanziellen Bedingungen. Wurde früher jeweils mit Weihnachts- oder Urlaubsgeld weitergebaut, so wird heute alles in einem Guss errichtet. Von den Befragten, die Bauplänen haben, bekundete jeder Zehnte explizit ein Fertigteilhausbauen zu wollen.
Immer öfter im Kleingarten
Seit 1992 ist durch die Änderung des Kleingartengesetzes ganzjähriges Wohnen im Grünen möglich. Mehr als die Hälfte der befragten Kleingärtner haben ein ganzjährig nutzbares Haus und 37% haben ein kleines Gartenhaus.
Immerhin 40 % nutzen ihr Kleingartenhaus den Sommer über regelmäßig, und mehr als 28 % der Befragten nutzen ihren Kleingarten bereits das ganze Jahr über.
Auch die befragten Immobilienmakler bestätigen diesen Trend. Baupläne gäbe es vor allem für ganzjährig nutzbare Häuser. Auch nach Angaben des Zentralverbandes der Kleingärtner sind fast 100% der neu vergebenen Kleingärten als ständige Wohnsitze geplant.
Zukünftige Entwicklung
Den Aussagen „Der Kleingarten als Oase der Ruhe“, „das leistbare Wohnen im Grünen in Zentrumsnähe“ stimmen die meisten zu, Konflikte aus der „ baulichen Verdichtung“, „Entwicklung zum normalen Wohngebiet“ werden abgeschwächt als Gefahren für die Zukunft gesehen.
Unterschiedlich sind auch die Positionen der beteiligten Akteure. Während der Zentralverbandes keine Gefahr in der Umwidmung sieht, meint die Flächenwidmungsabteil der Stadt Wien, das Spezifische der Kleingärten gehe mit dieser Entwicklung sehr wohl verloren.
„Um möglichen Konflikten vorzubeugen, die sich in Zukunft aus der dichteren Verbauungen und dem wachsenden Verkehr ergeben können, ist die Stadt mit ihren Planungsorganen gefordert.“, folgert Dr. Maerki. Denn entsprechende Pläne bzw. Strategien oder gar eine Vision über die Kleingärten der Zukunft sind bei der befragten Abteilung MA 21 laut Auskunft nicht vorhanden.
Die Studie
Die Befragung von 117 Besucher der dritten Wiener Kleingartenmesse wurde persönlich und mit standardisierten Fragebögen durchgeführt. Die Experteninterviews fanden telefonisch mithilfe eines Leitfadens statt. Es wurden drei im Raum Wien mit Kleingärten befasste Immobilienmakler, ein Mitarbeiter der Planungsabteilung der Stadt Wien (MA 21) und Ing. Wilhelm Wohatschek, Präsident des Zentralverbandes der Kleingärtner, befragt.
Gegen einen Unkostenbeitrag von € 54,- ist die gesamte Studie (22 Seiten inkl. Rohdaten, Grafiken und ausgewählten Tabellen) bei das fernlicht (office@dasfernlicht.com) erhältlich.
das fernlicht
ist ein Forschungs- und Beratungsunternehmen, mit Zukunft und Lebenswelten als Schwerpunkt. In den letzten sechs Jahren hat das fernlicht zahlreiche Forschungsprojekte (Wohnen der Zukunkt, eLiving, Online Homeservices, Technologieakzeptanz im kommunalen und sozialen Wohnbau) wie auch Marktforschungen zum Thema durchgeführt. das fernlicht berät diverse Wohnbauunternehmen und Kommunen, primär zum Thema Smart Living. Ebenso entwickelt das Unternehmen zurzeit eine nutzerzentrierte Technologie zur Bedienung und Steuerung von Smart Homes und ist auch Partner europäischer Technologiekonsortien zur Entwicklung von eHealth Anwendungen.
Rückfragehinweis:
das fernlicht
Mag. Andrea Schikowitz
andrea.schikowitz@dasfernlicht.com
01/319 03 54-11