
Topos Berlin (D)
Verfasser:
Karin Gansauge, Prof. Axel Busch, Stephan Buddatsch, Alexa Bodammer, Roland Züger, Michael Schmidt
Wirtschaftsexperte:
Dr. Bernhard Lohr, Gesellschaft für Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung
Trend- / Zukunftsforscher bzw. Nutzungsexperte:
das fernlicht, Dr. Daniel Maerki
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Städtebauliches Konzept |
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3D Modell |
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Zentraler Stadtplatz |
| Städtebauliches Gesamtkonzept - Städtebauliche Einbindung
Ziel ist es, das Quartier mit einer hohen Gestaltqualität zu
entwickeln, das das Neuköllner Stadtzentrum stärkt aber gleichzeitig
eine Ausstrahlung durch seine Angebotsvielfalt und einmalige Gestalt
für die gesamte Stadt hat. Das städtebauliche Gesamtkonzept orientiert
sich einerseits an der Baustruktur des unmittelbaren Umfeldes
(Hofstrukturen, nahezu einheitliche Höhenentwicklung), andererseits
schafft es eine neue Struktur, die dem Gebiet eine eigene Identität und
Einmaligkeit gibt. Es entsteht ein hoch verdichtetes Quartier, das die
Hanglage am Rollberg ausnutzt und durch die Treppenanlagen und Rampen
besonders hervorhebt sowie mit seinen Höfen, Gassen, Platzfolgen und
Passagen und immer neuen Sichtbeziehungen einen differenzierten
abwechslungsreichen Stadtraum kreiert. Weit sichtbar und dominierend
hebt sich der Turm des Kessel- und Sudhauses ab, umgeben von weiteren
aber niedrigeren Hochhäusern, die das Gebiet besonders hervorheben. Die
bestehenden Altbauten werden als Imageträger und hochwertige Potenziale
zum größten Teil erhalten und für neue Nutzungen umgebaut. Der Turm des
Sudhauses erhält als Wahrzeichen einen gläsernen Aufbau, der als „Sky
Bar“ und für besondere Anlässe genutzt werden kann, bei Dunkelheit
erleuchtet wird und von dem aus sich ein großartiger Rundblick über
Berlin bietet.
Bebauungskonzept - Einheitlicher Charakter und großzügige, flexible Räume
Das Konzept der Neubebauung basiert auf dem Gedanken, ein
zusammenhängendes Gebiet mit unverwechselbarem Charakter zu schaffen.
Die einzelnen Bauten beziehen sich in Material und Setzung aufeinander.
Zueinander bilden sie verschiedene Ensembles, entweder räumlich oder in
ihrer Nutzung. Die drei neuen Türme markieren als Esemble ein Areal, in
dem jedem Turmhaus ein Raum zugeordnet ist und von denen aus
vielfältige Sichtbeziehungen zu den anderen Türmen bestehen,
insbesondere zu dem bestehenden Turm der ehemaligen Brauerei. Im
Westen, an der Mainzer Straße und Rollbergstraße, entstehen drei
Gebäude, die sich zum Platz im Inneren des Areals hin orientieren.
Südlich der Rollbergstraße im Westen des Gebietes liegt die
Veranstaltungshalle als weiterer Anziehungpunkt. Östlich der Halle,
zwischen Rollberg- und Werbellinstraße steht ein Hotel als Turmhaus,
das mit seinem Gegenüber die zentrale Eingangssituation auf den
Sudhausturm hin markiert. Der Kern des Areals ist der neue Stadtplatz
zwischen dem Sudhaus und der Vollgutlager. Die flankierenden Gebäude
geben dem Platz seinen städtischen Charakter. Jedes der Gebäude bietet
großzügige, klare Räume, die Umnutzungen auch in Zukunft ermöglichen.
Die Fassaden sind als Lochfassaden ausgeführt, hinter denen
unterschiedlichsten Nutzungsanforderungen Raum gegeben wird.
Nutzungskonzept - Attraktive Angebote und Anziehungspunkte
Im Interesse der Stärkung des Zentrums Neukölln und der
Schwerpunktbildung zwischen Karl-Marx-Straße und Hermannstraße werden
die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige und langfristig
orientierte Entwicklung des Kindl-Areals geschaffen. Ziel ist es,
attraktive Angebote für die Bevölkerung im Stadtteil vorzuhalten sowie
Anziehungspunkte mit regionaler und überregionaler Bedeutung für
externe Besucher zu schaffen. Dies soll durch einen Nutzungsmix aus
Handelseinrichtungen, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur, Bildung,
Hotellerie, Freizeit- und Veranstaltungsangeboten erreicht werden.
Durch attraktive Flächenangebote und unverwechselbare stadträumliche
Qualitäten sollen privatwirtschaftliches Interesse geweckt und
privatwirtschaftliche Beteiligung an der Gestaltung des Areals
initiiert werden.
Freiraumkonzept - Fließende Räume - markante Gestaltungselemente
Die Gestaltung des Areals wird bestimmt durch fließende Räume, die
durch Platzflächen mit unterschiedlichem Charakter gegliedert werden.
Die Freiraumgestaltung greift das für den Ort prägende Element der
Topographie auf und schafft mit Treppen und Rampen eine spannungsvolle
Abfolge an Platzräumen, Wege- und Straßenachsen. Der gezielte Einsatz
von wenigen markanten Gestaltungselementen schafft klare räumliche
Strukturen, die durch die hochwertige bestehende architektonische
Qualität der ehemaligen Brauereigebäude und die hinzugefügte
Neubebauung bestimmt werden. Ein einheitlicher Belag aus eingefärbtem
Asphalt, gegliedert durch Pflasterstreifen durchzieht das Gelände. Die
Abfolge an Plätzen mit eigenständigen, prägnanten Gestaltungsakzenten
führt zu einer klaren Gliederung und Orientierung auf dem Gelände. Die
unterschiedlichen Dimensionen der Räume bieten ein breites Spektrum an
differenzierten Nutzungsmöglichkeiten.
Quartiersbezug - Von der Insel zum integrierten Stadtquartier
Der Quartiersbezug der vorliegenden Planung wird durch vier Elemente
bestimmt: den Erhalt, die Wiedernutzung und das „In-Szene-Setzen“ der
historisch wertvollen Bausubstanz als kulturelles Erbe und
Identitätsträger im Gebiet die Öffnung des Gebietes und die
Wiedereingliederung in den Stadtteil durch Wiederherstellung ehemals
bestehender Wege- und Straßenverbindungen und Schaffung weiterer
Zugänge und Zufahrten, die Schaffung von Nutzungsangeboten, die die
bestehende Nutzungsstruktur im näheren Umfeld ergänzen und das Zentrum
stärken, die Schaffung von Stadtplätzen und öffentlichen Räumen, die es
bisher so im Stadtteil nicht gibt und die völlig neue Erlebnis- und
Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bewohner und Besucher des Stadtteils
bieten. |
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